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Lasertherapie
von Lebertumoren Laser-Therapy of hepatic masses Bösartige Tumoren der Leber oder einzelne Metastasen von Darmtumoren sollten operativ entfernt werden. Die Leberchirurgie hat in den letzten Jahrzehnten rasante Fortschritte gemacht, so dass heute schon sehr vielen Patienten dauerhaft geholfen werden kann. Es gibt aber Situationen, in denen eine operative Therapie nicht ohne weiteres möglich ist:
Tumorgewebe reagiert sehr empfindlich auf Wärme (siehe auch den Text bei: Hyperthermie). Mit einem speziellen Applikator kann ein Laser-Strahl über eine Glasfaser direkt in den Tumor eingeleitet werden. Die Erwärmung des Tumorgewebes führt zu einem Absterben der Zellen und einer Koagulation (Verkochung) des Tumors. Tumoren bis zu 4 cm können verödet werden. Dabei werden innerhalb des Tumors Temperaturen von 43-99 Grad Celsius erreicht, welches ein vollständiges Absterben des Gewebes bewirkt. Die bisherigen Ergebnisse der LITT zeigen einen langanhaltenden Erfolg der Therapie. Da die LITT jedoch erst in den letzten Jahren entwickelt wurde, liegen uns noch keine Langzeitstudien vor.
Wie muss der Eingriff geplant werden? Nur in einem interdisziplinären Team aus Leberchirurgen, internistischen Onkologen und minimalinvasivem Radiologen (ggfs. zusätzliche Spezialisten für Pathologie, Anästhesiologie u.a.) kann entschieden werden, welche Patientinnen und Patienten von der Behandlung profitieren. Wenn eine gute Erfolgsaussicht der Therapie besteht, müssen kurz vor der Therapie einige Untersuchungen und Gespräche direkt bei uns in Minden erfolgen. Hierfür müssten Sie bereits am Vortage zu uns kommen und könnten dann (je nach Ihrem gesundheitlichen Zustand) im Hotel oder in der Klinik übernachten. Am Vortage erfolgen einige Untersuchungen und Gespräche, bei denen wir uns schon kennenlernen können. Viele der beteiligten Ärzte, MTRAs und Arzthelferinnen können Sie bereits vorher auf unserer Homepage kennenlernen (siehe hierzu bei MitarbeiterInnen, Ärzte, Kernspin, Computertomographie). Das passiert am Vortage:
Für welche Patienten kommt die Behandlung besonders in Frage? Die Laser-Therapie von Lebertumoren ist zumeist erfolgversprechend bei folgenden Voraussetzungen:
Wie wird die Behandlung durchgeführt? Teil I: In der Computertomographie: Die Behandlung beginnt in der Computertomographie. Die Patienten sollten nüchtern sein und bekommt einem Flüssigkeits- und Schmerzmittel"tropf" mit dem Medikament Dolantin®. Während der Behandlung werden Blutdruck und Herztätigkeit überwacht. Nach einer lokalen Anaesthesie der Haut werden unter Sicht im Computertomographen zunächst Nadeln (zumeist 3) bis in den Tumor vorgeschoben, hierüber werden dann sehr dünne weiche Drähte eingeführt. Die Nadeln werden wieder entfernt, der Stichkanal wird aufgeweitet und sogenannte Schleusen werden bis zum Tumor vorgeschoben, über die dann die Laser-Applikatoren eingeführt werden.
Die gesamte Prozedur wird in Protokollen und auf Filmen standardisiert dokumentiert. Die eingeführten Instrumente werden an der Haut festgenäht oder fixiert und die Patientin oder der Patient (wir sagen im folgenden einfach "der Patient"..) werden anschliessend in die Kernspintomographie gerollt. Teil II: Planung in der Kernspintomographie Hier wird nochmals der Tumor mit den liegenden Schleusen und Applikatoren dargestellt:
Anschliessend werden in die Applikatoren Laser-Leitfasern eingeführt, welche unterschiedliche Längen und Abstrahlungseigenschaften haben. Teil III: Die Laserbestrahlung Die eigentliche Laser-Therapie dauert nun ca. 10 min. Die Behandlung erfolgt mit Markengeräten der Fa. Dornier®. Währenddessen wird der Erfolg der Therapie am Monitor mit speziellen thermosensiblen MR-Sequenzen sichtbar gemacht und zum Ende der Behandlung dokumentiert:
Teil IV: Verschluss der Stichkanäle Im Anschluss daran werden die Schleusen und Applikatoren wieder aus der Leber herausgezogen. Hierbei wird noch etwas Verödungsalkohol in den Stichkanal gespritzt, um evtl. verschleppte Tumorzellen abzutöten. Der Stichkanal wird mit einem Zweikomponenten- oder Fibringewebekleber verschlossen. Teil V: Überwachung nach der Therapie und Abschlusskontrolle Nach der Therapie müssen Sie eine wenigstens 6-stündige Bettruhe einhalten und werden zunächst bei uns überwacht und anschließend in ein Krankenhaus zur nächtlichen Überwachung gefahren. 24-48 h nach der Therapie müssen wir nochmals eine Kontroll-Untersuchung im Kernspin durchführen, um den Therapieerfolg bestätigen zu können und mögliche Komplikationen auszuschliessen.
Teil VI: Nachsorgekontrollen Nach der Therapie sind kurzfristig noch Temperatur-, Blutdruck-, Ultraschall- und Laborkontrollen erforderlich. Anschließend erfolgen in mehrmonatigen Abständen regelmäßig Verlaufskontrollen durch Labor, Ultraschall, CT und MR. Kann die Therapie wiederholt werden? Die LITT kann sehr oft wiederholt werden: Immer, wenn erneut Metastasen oder Tumoren auftreten und das Behandlungsteam aus Chirurgen, Internisten und Radiologen die Therapie als erfolgversprechend einstuft. Weitere Informationen: Wenn Sie genauere Informationen haben möchten oder die Protokolle, Aufklärungsdokumente usw. bereits lesen oder ausdrucken möchten, dann klicken Sie bitte hier (für Ärzte & Patienten): Informationen zum Herunterladen: "Laser gegen Krebs" als ZIP-Datei "Laser gegen Krebs" als Word-Datei (doc) Auf Englisch: "LASER-therapy of Hepatic masses" als ZIP-Datei "LASER-therapy of Hepatic masses" als Word-Datei (doc) Trägt meine Krankenkasse die Kosten der Lasertherapie? Bitte erkundigen Sie sich vor Therapiebeginn genau, wie viel der anfallenden Kosten Ihre Krankenkasse trägt. Die Spezialinstrumente der Fa. Somatex® und der Betrieb des Dornier®-Lasers sind recht kostenintensiv. Hinzu kommen die Kosten für CT & MR vor der Untersuchung und die Kosten der Folgeuntersuchungen, Reisekosten, Hotel, Krankenhaus, Extrapersonalkosten u.a. So können pro Behandlung Beträge von 3-6 Tds. € anfallen. Ihre Krankenkasse möchte über solch hohe Kosten im voraus informiert werden und evtl. mit Ihnen darüber beraten. Buchtipp: Liver Metastases Biology, Diagnosis and Treatment O J Garden, J G Geraghty and D M Nagorney (Eds)
ISBN 3-540-76075-X £65.50 |
Dr. med. G. Korten Facharzt für Radiologie Dr. med. Th. Geibel Facharzt für Radiologie Facharzt für Strahlentherapie Dr. med. U. Dorenbeck Facharzt für Diagnostische Radiologie Facharzt für Neuroradiologie PD Dr. med. A. Lubienski Facharzt für Diagnostische Radiologie Dr. med. G. Conrad Facharzt für Radiologie Dr. med. C. Lange Facharzt für Diagnostische Radiologie Dr. med. H. Karnahl Facharzt für Nuklearmedizin Facharzt für Radiologie Dr. med. K.G. Schönekaes Facharzt für Strahlentherapie -------------------------------------- Institut für Medizinphysik: J. A. Lason, Dipl. Physiker |