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Lasertherapie von Lebertumoren
Laser-Therapy of hepatic masses

Bösartige Tumoren der Leber oder einzelne Metastasen von Darmtumoren sollten operativ entfernt werden. Die Leberchirurgie hat in den letzten Jahrzehnten rasante Fortschritte gemacht, so dass heute schon sehr vielen Patienten dauerhaft geholfen werden kann. Es gibt aber Situationen, in denen eine operative Therapie nicht ohne weiteres möglich ist:
  • Wenn ein Tumor oder Metastasen in mehreren Leberlappen gleichzeitig auftritt (dann würde nicht genügend Lebergewebe übrigbleiben).
  • Wenn nach der Entfernung eines größeren Leberanteils in der verbliebenen Leber erneut Tumoren auftreten.
In beiden Fällen können die Tumoren oder Metastasen in dem Leberlappen, der verbleiben soll oder verblieben ist, durch "LASER induzierte (interstitielle) Thermo-Therapie" (LITT) abgetötet werden.

Lasertherapie Kernspintomographie der Leber. Rot markiert ist die Einwirkzone der laser-induzierten Wärme.
" Quelle: Universitätsklinik Frankfurt, Prof. Dr. T. Vogl "

Tumorgewebe reagiert sehr empfindlich auf Wärme (siehe auch den Text bei: Hyperthermie). Mit einem speziellen Applikator kann ein Laser-Strahl über eine Glasfaser direkt in den Tumor eingeleitet werden. Die Erwärmung des Tumorgewebes führt zu einem Absterben der Zellen und einer Koagulation (Verkochung) des Tumors. Tumoren bis zu 4 cm können verödet werden. Dabei werden innerhalb des Tumors Temperaturen von 43-99 Grad Celsius erreicht, welches ein vollständiges Absterben des Gewebes bewirkt. Die bisherigen Ergebnisse der LITT zeigen einen langanhaltenden Erfolg der Therapie. Da die LITT jedoch erst in den letzten Jahren entwickelt wurde, liegen uns noch keine Langzeitstudien vor.

Funktionsprinzip
Funktionsprinzip: Die LASER-aussendende Glasfaser ist von einen Applikator steril umhüllt, in dem Kühlflüssigkeit zirkuliert, damit der Hyperthermieeffekt temperaturgenau gesteuert werden kann.


Wie muss der Eingriff geplant werden?

Nur in einem interdisziplinären Team aus Leberchirurgen, internistischen Onkologen und minimalinvasivem Radiologen (ggfs. zusätzliche Spezialisten für Pathologie, Anästhesiologie u.a.) kann entschieden werden, welche Patientinnen und Patienten von der Behandlung profitieren. Wenn eine gute Erfolgsaussicht der Therapie besteht, müssen kurz vor der Therapie einige Untersuchungen und Gespräche direkt bei uns in Minden erfolgen. Hierfür müssten Sie bereits am Vortage zu uns kommen und könnten dann (je nach Ihrem gesundheitlichen Zustand) im Hotel oder in der Klinik übernachten. Am Vortage erfolgen einige Untersuchungen und Gespräche, bei denen wir uns schon kennenlernen können. Viele der beteiligten Ärzte, MTRAs und Arzthelferinnen können Sie bereits vorher auf unserer Homepage kennenlernen (siehe hierzu bei MitarbeiterInnen, Ärzte, Kernspin, Computertomographie).

Das passiert am Vortage:

  • Körperliche Untersuchung und Laborwertbestimmungen für Tumormarker und aktuelle Leber- und Gerinnungswerte (Blutgerinnung + Kreatenin muss schon vorher bekannt sein).
  • Aufklärungsgespräch.
  • Planungscomputertomographie und Planungskernspintomograhie zur genauen Lokalisation und Vermessung der Tumoren. Diese Untersuchungen können am Tag vor der Behandlung durchgeführt werden.
Vor der Therapie Vor der Therapie wird der Tumor nochmals in der Computertomographie und im Kernspin (hier MR) mit Kontrastmittel dargestellt. Hier sieht man in der Leber einen gut durchbluteten Tumor.
" Quelle: Universitätsklinik Frankfurt, Prof. Dr. T. Vogl "

Für welche Patienten kommt die Behandlung besonders in Frage?

Die Laser-Therapie von Lebertumoren ist zumeist erfolgversprechend bei folgenden Voraussetzungen:
  • Geplante operative Entfernung eines Leberlappens; zuvor soll aber ein Tumor oder eine Metastase in einem anderen Lappen zerstört werden.
  • Wiederauftreten von Tumoren nach bereits erfolgter Resektion (Entfernung) eines Leberlappens.
  • Wenn Operation (z.B.) wegen einer Multizentrizität nicht in Frage kommt.
  • Lebereigene Tumoren (HCC) und Metastasen von Darmtrakttumoren. Nicht oder nur sehr wenig geeignet sind Leber-Metastasen aus anderen Körperregionen, wie Mamma oder Lunge (da komplexer hämatogener Metastasierungsweg und nicht "nur" über das Pfortadersystem).
  • Tumoren/Metastasen bis zu 4 cm Größe, welche nicht direkt an der Leberkapsel oder an der Pfortaderkreuzung liegen.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Teil I: In der Computertomographie:
Die Behandlung beginnt in der Computertomographie. Die Patienten sollten nüchtern sein und bekommt einem Flüssigkeits- und Schmerzmittel"tropf" mit dem Medikament Dolantin®. Während der Behandlung werden Blutdruck und Herztätigkeit überwacht. Nach einer lokalen Anaesthesie der Haut werden unter Sicht im Computertomographen zunächst Nadeln (zumeist 3) bis in den Tumor vorgeschoben, hierüber werden dann sehr dünne weiche Drähte eingeführt. Die Nadeln werden wieder entfernt, der Stichkanal wird aufgeweitet und sogenannte Schleusen werden bis zum Tumor vorgeschoben, über die dann die Laser-Applikatoren eingeführt werden.

LITT Applikatoren So sehen die speziellen minimalinvasiven Therapiegeräte der Firma Somatex® aus, welche wir verwenden.

Die gesamte Prozedur wird in Protokollen und auf Filmen standardisiert dokumentiert. Die eingeführten Instrumente werden an der Haut festgenäht oder fixiert und die Patientin oder der Patient (wir sagen im folgenden einfach "der Patient"..) werden anschliessend in die Kernspintomographie gerollt.

Teil II: Planung in der Kernspintomographie
Hier wird nochmals der Tumor mit den liegenden Schleusen und Applikatoren dargestellt:

Echtzeittherapiekontrolle Die Lage der eingeführten Somatex®- und Laserelemente wird im MR vor Anschalten des Lasers nochmals kontrolliert.
" Quelle: Universitätsklinik Frankfurt, Prof. Dr. T. Vogl "

Anschliessend werden in die Applikatoren Laser-Leitfasern eingeführt, welche unterschiedliche Längen und Abstrahlungseigenschaften haben.

Teil III: Die Laserbestrahlung
Die eigentliche Laser-Therapie dauert nun ca. 10 min. Die Behandlung erfolgt mit Markengeräten der Fa. Dornier®. Währenddessen wird der Erfolg der Therapie am Monitor mit speziellen thermosensiblen MR-Sequenzen sichtbar gemacht und zum Ende der Behandlung dokumentiert:

" Quelle: Universitätsklinik Frankfurt, Prof. Dr. T. Vogl "

Teil IV: Verschluss der Stichkanäle
Im Anschluss daran werden die Schleusen und Applikatoren wieder aus der Leber herausgezogen. Hierbei wird noch etwas Verödungsalkohol in den Stichkanal gespritzt, um evtl. verschleppte Tumorzellen abzutöten. Der Stichkanal wird mit einem Zweikomponenten- oder Fibringewebekleber verschlossen.

Teil V: Überwachung nach der Therapie und Abschlusskontrolle
Nach der Therapie müssen Sie eine wenigstens 6-stündige Bettruhe einhalten und werden zunächst bei uns überwacht und anschließend in ein Krankenhaus zur nächtlichen Überwachung gefahren.

24-48 h nach der Therapie müssen wir nochmals eine Kontroll-Untersuchung im Kernspin durchführen, um den Therapieerfolg bestätigen zu können und mögliche Komplikationen auszuschliessen.

Nachkontrolle Ein bis zwei Tage nach Therapie erfolgt nochmals eine Kontrolle des Therapieerfolges.
" Quelle: Universitätsklinik Frankfurt, Prof. Dr. T. Vogl "

Teil VI: Nachsorgekontrollen
Nach der Therapie sind kurzfristig noch Temperatur-, Blutdruck-, Ultraschall- und Laborkontrollen erforderlich. Anschließend erfolgen in mehrmonatigen Abständen regelmäßig Verlaufskontrollen durch Labor, Ultraschall, CT und MR.


Kann die Therapie wiederholt werden?

Die LITT kann sehr oft wiederholt werden: Immer, wenn erneut Metastasen oder Tumoren auftreten und das Behandlungsteam aus Chirurgen, Internisten und Radiologen die Therapie als erfolgversprechend einstuft.


Weitere Informationen:

Wenn Sie genauere Informationen haben möchten oder die Protokolle, Aufklärungsdokumente usw. bereits lesen oder ausdrucken möchten, dann klicken Sie bitte hier (für Ärzte & Patienten):

Informationen zum Herunterladen:

"Laser gegen Krebs" als ZIP-Datei
"Laser gegen Krebs" als Word-Datei (doc)

Auf Englisch:
"LASER-therapy of Hepatic masses" als ZIP-Datei
"LASER-therapy of Hepatic masses" als Word-Datei (doc)




Trägt meine Krankenkasse die Kosten der Lasertherapie?

Bitte erkundigen Sie sich vor Therapiebeginn genau, wie viel der anfallenden Kosten Ihre Krankenkasse trägt. Die Spezialinstrumente der Fa. Somatex® und der Betrieb des Dornier®-Lasers sind recht kostenintensiv. Hinzu kommen die Kosten für CT & MR vor der Untersuchung und die Kosten der Folgeuntersuchungen, Reisekosten, Hotel, Krankenhaus, Extrapersonalkosten u.a. So können pro Behandlung Beträge von 3-6 Tds. € anfallen. Ihre Krankenkasse möchte über solch hohe Kosten im voraus informiert werden und evtl. mit Ihnen darüber beraten.


Buchtipp:

Liver Metastases
Biology, Diagnosis and Treatment

O J Garden, J G Geraghty and D M Nagorney (Eds)

Nachkontrolle R A Audisio and H S Stoldt (Associate Eds) Liver Metastases: Biology, Diagnosis and Treatment offers a comprehensive overview of liver metastasis by providing a collection of pivotal contributions from an international faculty. A wide range of topics are presented, with each contributor focussing on his own area of expertise to provide the latest techniques as well as valuable insights based on a wealth of experience. Epidemiological and biological aspects are discussed,
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PD Dr. med. A. Lubienski
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Dr. med. G. Conrad
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Dr. med. C. Lange
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Dr. med. H. Karnahl
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Dr. med. K.G. Schönekaes
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Institut für Medizinphysik:
J. A. Lason, Dipl. Physiker